Da staunten die 250 Kinder der Michaelschule am gestrigen Montag nicht schlecht, als sie den großen, abgedunkelten Saal der Mitte 51 betraten: Zwei Künstler des Theaters „Fithe“ aus Belgien führten in diesem Jahr das alte Märchen „Die Wunderkugel“ auf. In diesem ging es um die Frage: „Was würdest du dir wünschen, wenn du nur einen Wunsch frei hättest?“ Während sich der Junge Muli sich allerlei immaterielle Dinge wünschte, wünschten sich Erwachsene um ihn herum mit der Wunderkugel Säcke voller Geld, Edelsteine und andere Reichtümer. In dem einst so beschaulichen Dorf entbrannten zwischen den Bewohnern Neid und Streitigkeiten, bis der Junge sich die Harmonie in dem Dorf wieder zurückwünschte und sie sich auch wieder einstellte.
Dieses Märchen wurde als Bildertheater erzählt, in dem die beiden Künstler das zauberhafte Zusammenspiel von Bild und Musik perfekt beherrschten. Die Kinder konnten die Künstlerin Sandrine beobachten, wie sie Bilder in den Sand zeichnete. In den Bildern bewegte sie ihre Schattenfiguren und machte so die Geschichte sichtbar. Mit Piano und Celesta-Glockenspiel begleitete der Musiker Jean die wundersame Erzählung. Diese wurde am Schulmorgen zweimal aufgeführt, so dass alle 250 Schüler/innen, die ehrenamtlich tätigen Erwachsenen und viele Lehrerinnen in den Theatergenuss kamen. Ein besonderes Highlight gab es dann aber im Anschluss an die beiden Vorstellungen. In 30 kleine, beleuchtete Sandkästen durften Kinder Bilder zu Musik in den Sand malen und ihre künstlerische Ader erproben.
Eine Theateraufführung als „Belohnung“ für die Anstrengungen des ersten Schulhalbjahres ist an der Michaelschule seit vielen Jahren Tradition und ist lediglich durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins der Schule möglich.

